Projekt „Werkverzeichnis“


Über 1000 Gemälde, Aquarelle, Zeichnungen und Lithografien hat Oskar Moll in seinem fünfzigjährigen künstlerischen Wirken geschaffen. Nazi-Diktaktur und Kriegsverluste sollen sein Œuvre auf rund 600 Werke dezimiert haben. Dieser Eindruck entsteht zumindest durch den verdienstvollen ersten Werkkatalog, den 1975 Dorothea und Siegfried Salzmann publizierten. Textteil, Abbildungen und vor allem das Werkverzeichnis weisen den Band aber mehr als Provisorium und Materialcollage aus.

Die letzte Retrospektive des Künstlers von 1997/98, die in Mainz, Wuppertal und Wrocław (Breslau) zu sehen war, wirft nicht nur einen interessanten Blick auf neue Einzelaspekte im Leben und Werk des Künstlers, sondern wartet auch mit neu entdeckten Arbeiten auf.

Oskar Molls Beitrag zur Klassischen Moderne als Grenzgänger zwischen Frankreich und Deutschland ist noch nicht erschöpfend dokumentiert. In Abstimmung mit den Erben von Oskar Moll soll ein wissenschaftliches Werkverzeichnis erarbeitet werden, das erstmalig Molls gesamtes Schaffen nach folgenden Techniken gliedert:

Gemälde
Aquarelle mit Gouachen
Zeichnungen mit Collagen
Druckgrafik
Kunsthandwerk
 
Die bisherigen technischen Werkdaten im Salzmann-Katalog von 1975 werden kritisch hinterfragt, Verluste rekonstruiert, neu auftauchende Arbeiten berücksichtigt. Zugleich wird eine Liste der falschen Zuschreibungen und Fälschungen geführt, soweit sie verifizierbar sind.
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In einer zweiten Stufe soll das aktualisierte Werkverzeichnis mit Nachweisen in Provenienz, Literatur und Ausstellung ergänzt werden. Langfristiges Ziel ist es, dieses kritische Werkverzeichnis als Datenbank online zu stellen, um es weltweit zu vernetzen und im Diskurs mit den Nutzern permanent durch Ergänzungen und Verbesserungen zu aktualisieren.  

Oskar Moll hat zu Lebzeiten vor allem an privat verkauft ohne darüber genaue Listen zu führen. Verkaufsausstellungen nach seinem Tode sind wohl durch Kataloge dokumentiert, in denen die technischen Daten aber sehr abstrakt sind.

Die leidige Tatsache, dass der Verbleib und die Eigentümer von 50% der bislang über 800 ermittelten Arbeiten unbekannt sind, 30% der übrigen Arbeiten heute in bekannten Privatsammlungen nachzuweisen und die restlichen 20% der Werke in öffentlichen Museen zu sehen sind, erschwert die herkömmliche Recherche.

Museen, Galerien, Auktionshäuser und private Sammler im In- und Ausland werden daher um Informationen gebeten, wenn sie es nicht bereits seit 2006 getan haben.
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